05 Oktober 2016

Karl IV und sein Prag als Mittelpunkt von Europa

2016 ist das Jahr in dem Karl IV sein 700-jähriges Jubiläum feiert.
In ganz Tschechien, im Besonderen aber in Prag wird dies gebührend gefeiert mit thematischen Ausstellungen, Artikeln und Publikationen, Konzerten, Schauspielen und Aktionen, die das Leben von Karl IV und der Menschen seiner Zeit darstellt.


Quelle: Wikipedia





Karl IV (* 14. Mai 1316 in Prag; † 29. November 1378 in Prag) wird in Tschechien auch „der Vater der Nation“ genannt (König von Böhmen ab 1347). Er war aber weit mehr als das, er war auch römisch-deutscher König ab 1346, ab 1355 König von Italien und gleichzeitig römisch-deutscher Kaiser. Seine Eltern waren Jan von Luxemburg und Elisabeth Přemyslovna von Böhmen. Karl IV zählt zu den bedeutendsten Kaisern des Mittelalters und zu den einflussreichsten europäischen Herrschern seiner Zeit.




Alljährlicher Einzug von Karl IV nach Prag
Jedes Jahr wird Karl's Einzug nach Prag nachgestellt. Im Rahmen dieser Aktion ziehen Karl IV mit seiner 1. Gemahlin Blanca von Valois hoch zu Ross mit ihrem Gefolge durch die Stadt.




Man bekommt einen Eindruck, wie es im Mittelalter zu und her ging. Zum 700-jährigen Jubiläum war das ganze noch festlicher und begleitet von einem mittelalterlichen Markt und einem Ritterturnier auf dem Altstädter Ring.






Als Höhepunkt zum Jubiläum wurde die Krönung des Paares zum tschechischen König und zur tschechischen Königin im St. Veitsdoms (Kathedrale) auf der Burg naturgetreu nachgespielt. Hier das Video in voller Länge dazu:



Wer war Karl IV?
Er war eine charismatische Persönlichkeit, der als ambitiöser Herrscher viel zur Entwicklung von Prag, seiner Hauptstadt beitrug. Er war sehr gebildet, ein weitsichtiger Politiker, urbanistischer Visionär, Bauherr und Mäzen, Schriftsteller und gläubiger Christ. Nicht zuletzt wird er in Tschechien als "der Vater der Nation" betitelt, obwohl Karl IV  auch über den grössten Teil von Europa als römische-deutscher Kaiser herrschte. Er war ein wahrer Europäer. Sein detaillierter Lebenslauf auf Wikipedia…  


Wichtige Bauten in Prag, die Karl IV erbauen liess
Karl wählte Prag als die Hauptstadt seines Reiches, was Prag zum Mittelpunkt von Europa werden liess. Er unterstrich die Wichtigkeit seiner Metropole mit repräsentativen Bauten, die bis heute wichtige Dominanten der Stadt bilden, hier einige der wichtigsten:
  •  St. Veit Kathedrale auf der Prager Burg
  •  Karlsbrücke
  •  Gründung der Prager Neustadt.
  •  Unzählige Kirchen in der Alt-und Neustadt
  •  Gründung der Karlsuniversität
  •  Burg Karlstein (ca. 20 Km südlich von Prag)
Mystisches rund um Karl IV und Prag
Es heisst, er habe Prag als seinen Hauptsitz gewählt weil er die starke transformative Energie in Prag spürte, er sah in Prag das "Neue Jerusalem"... Davon zeugt die Gründung der Prager Neustadt (1348) nach dem damaligen Grundriss von Jerusalem. Auch versammelte er in Prag viele Reliquien von Heiligen, dies sollte gewährleisten, dass nach der Apokalypse, wenn die Guten im Neuen Jerusalem auferstehen würden, viele Heilige darunter wären. In der Zeit der Herrschaft Karl IV fanden grosse Naturkatastrophen statt und in Europa wütete die Pest, Prag wurde davon wie durch Wunder verschont. Da war es naheliegend, dass Karl, der die Bibel genau kannte, das Ende der Welt, gemäss den Prophezeiungen kommen sah…

Weiter interessant ist, dass der Bau der Karlsbrücke an einem besonderen Datum begonnen wurde, nämlich am 09.07.1357 um 05.31 Uhr, was diese spezielle Zahlenreihe 135797531 ergibt, welche der Brücke magischen Schutz gewährleisten sollte. Den Bau der Brücke und der St. Veit Kathedrale koordinierten Karl IV mit seinem Bauherrn Peter Parler so, dass jeweils am Tag der Sonnenwende, am 21. Juni von einem bestimmten Punkt von der Karlsbrücke aus beobachtet die Sonne genau über dem Hauptschiff der Kathedrale untergeht.




----------


Mehr zum mystischen, geheimnisvollen Prag, auf den Spuren von Eingeweihten erlebst Du an meinem Mystiker Stadtbummel…


27 Juni 2016

Die engste Gasse in Prag

Das engste Gässchen in Prag ist eine wahre Kuriosität
Es ist sehr unauffällig, wenn man es nicht kennt… und es hat auch keinen Namen. Manchmal stehen ein paar Touristen davor, die belustigt plaudern, rege fotografieren und sich amüsieren. 


Die Gasse ist nicht nur so eng, dass nur eine Person auf einmal passieren kann, sondern das hinauf und hinunter Gehen der Passanten wird durch eine Fussgänger-Ampel geregelt. Wenn Du also ohne Zusammenstoss passieren möchtest musst Du per Druck auf den Ampelknopf das „grüne Männchen“ anfordern.


Wo führt die Gasse hin?
Sie führt zum Eingang des Restaurant Čertovka, welches sich in den unter Denkmalschutz stehenden Räumlichkeiten eines Hauses befindet, das aus dem 16. Jhd. stammt. In den Kellerräumen war einst eine Schmiede die sich auf die Reparatur von Mühlrädern spezialisiert hatte. Der Bach "Čertovka" ("Teufelsbach" übersetzt), trennt die Kampa Insel vom linken Ufer des Flusses Moldau ab und somit war die Kampa früher der ideale Standort für Mühlen. 

Am unteren Ende des Gässchens angekommen hast Du einen interessanten Blick von unten auf die Karlsbrücke, diese Aussicht kannst Du im Sommer im dortigen Gärtchen des erwähnten Restaurants bei einer Kaffe Pause auf Dich wirken lassen.


Frisch gestärkt kannst Du nun wieder den Aufstieg wagen. Es soll Glück bringen, sich von Jesus (auf Büste links von der Treppe) zu verabschieden, bevor Du den roten Knopf drückst um die Fussgänger-Ampel auf grün zu schalten.


Übrigens, der engste Punkt in der Gasse misst ca. 50cm, da muss wohl so mancher den Bauch einziehen. Es sollen schon korpulente Leute stecken geblieben sein, welche von der Feuerwehr geborgen werden mussten…

Apropos Feuerwehr… die Ampeln mussten installiert werden, damit die heutige Prager Feuerwehr diese Gasse offiziell als Notausgang vom Restaurant anerkennt… die Vorschriften diesbezüglich sind in Tschechien sehr streng. Nichts desto trotz, diese Gasse ist auch das noch einzige mittelalterliche „Feuergässchen“ in Prag. Das heisst, im Mittelalter wurden die Häuser mit engen Durchgängen dazwischen gebaut, damit Feuer besser gelöscht werden konnten und die Feuersbrunst auch nicht so einfach auf das benachbarte Haus übergreifen konnte. 

 

Wo ist das engste Gässchen von Prag zu finden?
Adresse: U Lužického Semináře 24, Prag 1, Kleinseite
ÖV: Metro A oder Tram 5, 12, 18, 20 und 22 bis Station „Malostranska“ 
dann über Kampa Insel in Richtung Karlsbrücke gehen.

...

10 März 2016

Ostern in Prag

Die Geschichte der Osterfeierlichkeiten geht weit in die Vergangenheit zurück. Was vielleicht nicht so bekannt ist… Der Ursprung kommt von der jüdischen Pesach Feier, zu Ehren der Befreiung der Juden aus der ägyptischen Sklaverei.

Die Christen wollten sich von diesem jüdischen Fest wesentlich unterscheiden und feiern daher ausnahmslos die Auferstehung Christi. Auf ähnliche Feste treffen wir auch bei den Heiden, die zu dieser Zeit das Kommen des Frühlings feierten und dies war mit einer grossen Anzahl Bräuche und Rituale verbunden. Die altgermanische Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings wurde Ostra genannt, daher kommt wohl auch der Begriff Ostern.


21 Januar 2016

Prag im Schnee


Es ist komisch, weisse Weihnachten haben wir schon lange nicht mehr…
Der Schneefall in Prag und Umgebung verschiebt sich jedes Jahr mehr und mehr auf den Januar und Februar. In der Stadt selber bleibt der Schnee selten lange liegen, doch gibt es auch Tage wo das Barometer Minus Temperaturen anzeigt.


Ich persönlich bin zwar kein grosser Fan von Schnee in der Stadt, aber hat es mich doch interessiert was man so in Prag in den verschneiten Tagen unternehmen kann…

So richtig Skifahren auf echtem Schnee geht nicht in Prag und da und dort kann man sich kurz auf Langlaufskiern vergnügen. Doch das erste was passiert, wenn der erste Schnee liegen bleibt ist, dass Familien mit kleinen Kindern jeden noch so kleinen Hügel zur Bob- und Schlittelbahn umfunktionieren und ein fröhliches Treiben beginnt. Es muss schnell gehandelt werden, denn der Schnee bleibt meist nicht lange liegen und die Jungmannschaft will unterhalten werden

Prag im Schnee geniessen…
Hier einige Ausflugstipps:

Skifahren und Langlaufen auf meist künstlichem Schnee
Metro B gelb bis Station "Smichovske nadrazi" von da Bus 244 bis Station "Zavodiste Chuchle"

Letna Park
Der grösste und im Zentrum liegende Park

Petrin Hügel (Laurenzi Berg)
Der Prager Hausberg mitten im Zentrum

Die Parkanlage Hvezda (mit gleichnamigem Lustschlösschen)
Tram 22 bis Station "Obora Hvezda"

Wildpark und Teichanlage Hostivar
Metro C rot bis Endstation "Haje"

Milicov Wald
Metro C rot bis Endstation "Haje"

Kunratice Wald
Metro C rot bis Station "Rostyly"

Divoka Sarka
Felsiger Naturpark auf Stadtgebiet
Tram 5 und 26 bis Station "Divoka Sarka"
-----
Die Angaben zu den öffentlichen Verkehrsmitteln sind ohne Gewähr. Für aktuelle Fahrpläne bitte hier klicken...
-----
Viel Winterfreude und Spass im verschneiten Prag!

---
Weitere Blogartikel: